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Symbole

 mehr als nur ein Stadtteil

Die Symbole
Ernstweiler nennt drei nach außen hin deutlich wahrnehmbare Symbole sein eigen:
den Symbolbaum, das Wappen und das Ernstweiler Lied.
Im Folgenden wollen wir jedes einzelne vorstellen.

1. Der Ernstweiler Symbolbaum

a_SymbolbaumAuf der Erläuterungstafel zu Füßen des Baumes ist zu lesen: “Symbole sind Zeichen oder Gegenstände, welche nicht für sich allein stehen, sondern etwas ausdrücken, was in einem tieferen Bereich liegt.

Ernstweiler hat eine sehr lange Geschichte, die seine Bewohner über die Jahrhunderte geprägt und eine typische Ernstweiler Identität geschaffen hat. Diese Identifizierung mit einem Gemeinwesen ist gerade in Zeiten der Globalisierung wichtiger denn je.

Schon die überaus rege Vereinstätigkeit der Ernstweiler Bürger zeigt dies. Deren Zusammenschluss unter dem organisatorischen Mantel eines sehr gut und harmonisch arbeitenden ‘Arbeitskreises’ zeigt umso mehr, dass eine sogar die Sonderinteressen überragende ‘Ernstweiler Identität’ nach wie vor besteht. Diese gilt es auch künftig zu bewahren.

Der Ernstweiler Symbolbaum soll dabei nach außen als sichtbares Zeichen der ’Ernstweiler Identität’, Geschichte und Verbundenheit gelten. Damit wirkt er in die Vergangenheit, in die Gegenwart aber auch in die Zukunft. Er erinnert die Alteingesessenen an ihre bürgerliche Geschichte und gesellschaftliche Verantwortung ebenso wie er hilft, unsere Neubürger rascher zu integrieren.

Die Geschichte Ernstweilers ist u. a. die Geschichte zweier industrieller Großbetriebe, es ist die Geschichte von herzoglichen Kellern, von Vereinen und sog. ‘Originalen‘, von den ’Ernstweiler Zigeunern’, von ständigem Zuzug und Integration fremder Bevölkerungsgruppen, es ist eine Geschichte vom Arbeiten und Feiern, vom Zusammenleben...

Am 1.Mai 2005 wollen wir zuerst ‘arbeiten’ und den Symbolbaum errichten um danach nach altem Ernstweiler Brauch zu feiern bei original ‘Ernstweiler Zigeuner Bock’ und deftigem Essen.”

 

2. Das Ernstweiler Wappen

a_Ernstweiler_WappenDas Wappen beinhaltet die symbolische Darstellung des komplexen Geflechts des Entstehens und Werdens von Ernstweiler (s. a. Art. zur Geschichte).

Historisch entstanden politische Spannung und Gegensätze durch die Konkurrenz der Grafen von Saarwerden und der Grafen von Saarbrücken (hie Ernstweiler – hie Zweibrücken) um Macht und Geld (Salzstraße); daher sind die beiden Wappen aufgenommen: oberhalb das „ob-siegende“ Saarbrücker, unterhalb das „unter-legene“ Saarwerdener Wappen.

Durch die Brücke, welche eine symbolische Multifunktion hat, wird einerseits auf Konstruktionstechniken hingewiesen die Ernstweiler in der jüngeren Vergangenheit geprägt haben (Dingler und Lanz) andererseits auf den Verlust seiner historisch-wirtschaftlichen Bedeutung durch den Abriss der Salz-Brücken durch die Grafen von Saarbrücken und Versetzung der Brücken auf deren Gebiet. Auch in jüngster Vergangenheit wurden wesentliche Teile Ernstweilers ebenso ersatzlos „abgebrochen“.

Das Lindenblatt steht für die permanente Ernstweiler Bereitschaft, sich für Freiheit und Unabhängigkeit in die Schanze zu schlagen, eine Bereitschaft, die immer dort entsteht, wo historische Spannungsverhältnisse und ein permanenter Mix von Neubürgern, die sich neu behaupten müssen, einen besonderen Menschentypus prägen (Rolle Ernstweilers bei den vaterländischen Einigungsbestrebungen gegen Fürstenwillkür, Mitwirkung bei Gründung des Vaterlands- und Pressvereins). Freiheit und Frieden entstammen der gleichen Sprachwurzel. Daher erscheint die Ernstweiler Friedenslinde, gepflanzt 1871 nach Ende des deutsch-französischen Krieges als ein geeignetes Symbol.

Gleichsam bedeutend und prägend für Ernstweiler, wenn auch in unterschiedlicher Gewichtung sind Schwarzbach (schwarz) und Bautzenbach (blau), vordergründig trennend, durch die Wellenform (Bewegung) jedoch Vitalität und Entwicklung symbolisierend. Sie schaffen eine erkennbare Dualität bzw. einen „fließenden“ Übergang zwischen Technik (Brücke) und Natur (Lindenblatt).

 

3. Das Ernstweiler-Lied

Melodie nach “Dort Saaleck, hier die Rudelsburg” von Hermann Ludwig Almers (1821-1902), Text von Knut Klinnert

a_Ernstweiler_Lied_u_Text

[1] Von Schwarzbach bis zur Bautzenbach,
Bis hinten tief im Tale
Da zechten unsre Ahnen einst
In einem Felsensaale.
Und Hügel hier, und Hügel dort
Zur Rechten und zur Linken
||: Mein Ernstweiler das ist ein Ort
Zum Schwärmen und zum Trinken :||

Kommentar: Der frische und herzhafte Eindruck dieses in der Euphorie der deutschen Freiheitskriege gesungenen Studentenliedes passt zur lebensbejahenden Ernstweiler Grundstimmung. Vom Text her soll es an einzelne Momente der Ernstweiler Vergangenheit erinnern. So ist Strophe 1 gedacht als geographische Beschreibung jenes Umfeldes, das uns von Anbeginn geprägt hat.

 

[2] Mit Schmugglergut durchschlichen wir
“La Douane de la France“
Und seither trinken wir das Bier,
Mit viel mehr “élégance“
Am Hasensteig, der Hinnergass’
Straussbuben auf der „Stange“,
||: In Ernstweiler, da hatt’ man Spass,
Da ward die Zeit nie lange :||

Kommentar: Strophe 2 erinnert an die Schizophrenie einer Staatsgrenze und wie „flexibel“ wir damit umgegangen sind, an den hieraus noch nachklingenden frankophilen Einfluss. Weiterhin erinnert die Strophe an die lebendige Ernstweiler Kerwekultur, die gerade wieder eine Renaissance erlebt und auf einer noch intakten Jugendkultur gründet. Die Jungs saßen früher vorm Albrecht „auf der Stang“ um zu sehen und gesehen zu werden.

 

[3] Zur Friedenslinde rauscht ein Wind
Von Weiser Triesch hernieder
Auf der Salzbrücke tanzt ein Kind
Und singt Zigeunerlieder
Geschichten hier und Sagen dort,
Saarwerdens Sterne sanken
||: Und dennoch blieb hier stets der Hort
Wo schwärmten wir und tranken :||

 

Kommentar: Die Weise Trisch, der selbstredend in Ernstweiler gelegene höchste geographischer Punkt Zweibrückens, war Zeuge der Zigeunerlager im „Vorderdorf“, etwas, was auch heute noch die Bereitschaft der Ernstweiler zur Integration erklären mag. Sie war auch Zeitzeuge beim Konflikt der „Ernstweiler“ Grafen aus Saarwerden mit den „Zweibrücker“ Grafen aus Saarbücken, als letztere kurzerhand die Ernstweiler Salzbrücke abgebrochen, in Zweibrücken eine neue aufgebaut und damit Geld und Entwicklung von Ernstweiler weg auf die Zweibrücker Gemarkung gelenkt hatten

 

[4] Mein Ernstweiler, wie bist du schön
Mit deinen Erdbeerfeldern,
Mit großen Höfen auf den Höh’n
Und deinen schönen Wäldern
Oh Ernstweiler, drum wollen wir
Dir unsre Lieder singen
||: Zu deinem Preise sollen hier
Laut Herz und Becher klingen :||

 

Kommentar: Strophe 4 weist auf die auf den Ernstweiler Höhen angesiedelten respektablen Gehöfte hin, die später ebenfalls von Zweibrücken “einverleibt” wurden sowie auf “moderne Landwirtschaftsformen” durch welche wieder ein Stück “Paradies” (Erdbeerparadies) nach Ernstweiler gekommen ist.

 

[5] In alter Zeit, bewahrten wir
Des Herzogs Wein im Keller,
Und da im Wein die Wahrheit liegt
Sind Ernstweiler auch heller
Ob Dingler, Lanz, ob „Schwolleschee“,
Press-Vaterlands-Verein,
||: Lasst schwören uns zu dieser Stund’:
„Ernstweiler ewig dein“ :||

 

Kommentar: Strophe 5 erinnert an die Ernstweiler Historie (Weinkeller, die schon Goethe zitierte), gibt dadurch eine “Begründung” für die ”geistige Beweglichkeit” der Ernstweiler Bürger, was sich wiederum in der nach Ernstweiler verlegten Kavallerie widerspiegelt (einem damals von der Taktik her schon eher komplexeren Truppenteil) aber vor allem auch in der Verwendung vieler Ernstweiler Männer als hoch geschätzte Werksmeister bei damaligen Schlüsselindustrien wie Lanz und Dingler. Wen wundert da noch, dass in diesem Umfeld damals der für Demokratie, Freiheit und bürgerliche Unabhängigkeit eintretende Vaterlands- und Pressverein auch in Ernstweiler auf offene Ohren stieß

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